Meditationsimpuls aus der Krypta St. Albertus-Magnus

(Impuls-Texte aus zurückliegenden Meditationen in der Krypta)

für April 2017

Es ist recht gewöhnlich,

alles besser zu wollen, als es ist .....und zu sagen

"Alles an mir und um mich herrum sollte besser sein!"

Es ist ein Fluch.

Du lebst im Wollen und nicht im Wachsen!

Darum kannst du dich an deinem Werdegang nicht freuen.

Doch glaube, auch in dein Leben ist etwas Heiliges gelegt,

das wachsen kann, das aufgeht und wächst, es weiß nicht wie...

Du hast ein Geheimnis, ein Leben, einen Lobgesang!

Martin Schleske, *1965, Geigenbaumeister, Physikingenieur, Autor

 

für März 2017

Der Unterschied zwischen

Freiheit und Freiheiten ist so groß,

wie zwischen Gott und Göttern.

Ludwig Börne (1786-1837)

dt. ev.-jüdischer Journalist

 

für Februar 2017

Der Herr ist barmherzig.

Meine Seele weiß es,

doch es ist nicht möglich, dies mit Worten zu beschreiben.

Er ist unendlich sanftmütig und demütig,

und wenn die Seele ihn sieht,

verwandelt sie sich in ihn,

wird ganz Liebe zum Nächsten.

wird selbst sanftmütig und demütig.

St. Silouane l´Anthonite (1866-1938),orthodoxer Mönch und Eremit

 

für Januar 2017

Vertrau auf den Herrn und tu das Gute.

Bleibe wohnen im Land und bewahre Treue!

Freu dich innig am Herrn!

Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.

Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue ihm;

er wird es fügen.

Psalm 37,3 ff

 

Wenn du ihn verstehen würdest,

wäre er nicht Gott.

Aurelius Augustinus (354-430)

 

für Dezember 2016

Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument

mit genug Dynamit in sich,

die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen,

die Welt auf den Kopf zu stellen;

dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen.

Aber ihr geht damit so um,

als ob es bloß ein Stück guter Literatur sei,

sonst weiter nichts.

Mahatma Gandhi (1869-1948)

 

für November 2016

O Gott,

wenn du überall bist,

wie kommt es dann,

dass ich so oft woanders bin?

Madeleine Delbrel (1904-1964), französische kath. Sozialarbeiterin & Mystikerin

 

für Oktober 2016

Komm, den meine arme Seele verlangt.

Komm, Einsamer zum Einsamen,

denn einsam bin ich, wie du siehst.

Komm, mein Atem und mein Leben.

Komm, Trost meiner Seele.

Komm, Jubel und Herrlichkeit.

Symeon der Neue Theologe (949-1022), Mystiker und Lehrer der katholischen und orthodoxen Kirche

 

für September 2016

Rabbi Pinchas fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt.

"Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?" fragte einer der Schüler.

"Nein", sagte der Rabbi. "Aber was ist es dann?", fragten die Schüler.

"Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und deine Schwester oder deinen Bruder siehst..

Bis dahin ist die Nacht noch bei uns."

Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsphilosoph, 1878-1965)

 

für August 2016

Sage Ja

zu den Überraschungen,

die deine Pläne durchkreuzen,

deine Träume zunichte machen,

deinem Tag eine ganz andere Richtung geben....

ja, vielleicht deinem Leben.

Sie sind nicht Zufall.

Lass dem himmlischen Vater die Freiheit,

selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen.

Dom Helder Camara (1909-1999), brasil. Bischoff , Teilnehmer und Referent beim 2. vatikanischen Konzil,

Vorkämpfer für eine "Kirche der Armen"

 

für Juli 2016

Halte deine Seele in Frieden.

Lass Gott in dir wirken.

Heiße Gedanken willkommen, die deine Seele zu Gott emportragen.

Mach das Fenster deiner Seele weit offen.

Ignatius von Loyola (1491-1556) zugeschrieben, Gründer der Jesuiten

 

für Juni 2016

Gott spricht: Was hast du getan, oder wo warst du,

als Himmel und Erde erschaffen wurden?

Der sie geschaffen hat, bedurfte dabei deiner Hilfe nicht.

So auch jetzt....

(Aber) wenn dich der heilbringende Regen vom Himmel berühert,

so zeige mir, wie du auf dem Acker deines Herzens arbeitest,

und wie du ihn bebaust!....

Gewähre ich der Erde Frucht ohne Mühe?

So auch dir Mensch nicht ohne Schweiß...

Übe dich daher sorgsam in der Arbeit,

und du wirst Frucht erzielen.

Hildegard von Bingen (1098-1179)

 

für Mai 2016

Du hast gerufen, geschrien,

hast meine Taubheit aufgebrochen.

Du hast geleuchtet wie ein Blitz über mir

und hast meine Blindheit verjagt.

Du hast Deinen Wohlgeruch ausgeströmt

ich habe ihn eingeatmet und wittere Dich.

Geschmack hab ich an Dir gewonnen.

Jetzt hungere und dürste ich.

Du hast mich berühert und ich brenne

vor Sehnsucht nach Deinem Frieden.

Dort, in Deinem Frieden,

werden wir wohnen und schauen,54

schauen und lieben, lieben und loben.

Siehe, was im Ende sein wird ohne Ende.

Aurelius Augustinus (354-430 im heutigen Algerien), Lehrer der Kirche

 

für April 2016

und als Verneigung vor dem am 1.3.2016 verstorbenen Autoren

Am Anfang war Gott allein.

Doch er wollte nicht allein sein.

Er wollte lieben und geliebt werden.

So rief er die Erde und den Himmel

- und die Liebe fiel auf die Erde

und sie keimte und grünte zum Himmel zurück.

Er rief die Sonne und den Mond

- und sie strahlten von Liebe,

die Sonne am Tag und der Mond in der Nacht.

Er rief das Wasser

- und es sprudelte Liebe hinunter in die Täler.

Er rief das Feuer

- und es loderte und brannte die Liebe hinauf.

Er rief die Luft

- und sie hauchte und wehte Liebe,

gerade so wie sie wollte.

Und dann hauchte Gott Vögel in die Luft

und sie flatterten.

Er legte Fische ins Wasser

und sie taumelten von Liebe zu Liebe.

Und anderen Tieren zeichnete er ganz persönlich

Augen, Mund, Nase und Ohren,

damit sie ein liebliches Gesicht hätten

und dem Wesen glichen,

das er ganz zuletzt mit besonderer Hingabe formte.

Gott beugte sich tief hinunter zur Erde.

Er nahm vom Acker eine Handvoll Erde.

Er schlosss die Augen, um ganz bei sich zu sein.

Und dann begann er zu kneten und zu formen,

was er in sich selbst gesehen hatte.

Er gab seine Zärtlichkeit hinein in die Hände, in die Finger.

Er knetete und knetete

und schaute und schaute

und formte und formte

den Menschen.

Als er zufrieden war mit seinem Werk,

nahm er allen Atem, den er in sich hatte,

und hauchte ihn warm und liebend an:

die Füße, die Beine, den Bauch, die Brust, das Gesicht.

Und dann legte er seine Lippen

auf die Lippen des Menschen

und küsste und hauchte,

bis der Mensch sich bewegte

und die Augen aufschlug.

Und Gott wurde innerlich entflammt von seiner Liebe

und schaute Adam in die Augen

und sagte:

Mensch, Du, mein Ebenbild!

Ich will, dass Du mich vertrittst

in der Liebe, die ich habe,

für Sonne und Mond,

für Himmel und Erde,

für Feuer und Wasser,

für Luft und für alles, was lebt

- und gegenüber allen, die Menschen sind wie Du.

Ach Mensch, Du, mein Ebenbild!

Und dann nahm Gott den Menschen in die Arme.

Er drückte ihn ans Herz,

ganz lange

- und ließ ihn dann los,

damit er seinen Weg gehen könne.

Dr. Anton Rotzetter, mit uns gelebt vom 3.1.1939 bis 1. 3.2016, Schweizer Kapuziner

 

für März 2016

Ein Herz, das in Gott verliebt ist,

kann nicht überwunden werden,

da Gott seine Stärke ist.

Du kannst es nicht schrecken mit der Hölle,

noch erfreuen durch das Paradies,

denn es ist derart in sich geordnet,

dass es alles, was ihm widerfährt

aus der Hand Gottes annimmt,

mit ihm bei allen Dingen in Frieden

und dem Nächsten gegenüber nahezu unveränderlich bleibt.

Katharina von Genua (1447-1510)

 

für Februar 2016

Ich ging in mich selbst.....

und merkte, dass alle Kreaturen

eine makellose Wonne in der Gottheit sind,

und fand, dass das Licht des göttlichen Anlitzes in mir geformt war,

und verstand, dass die Fröhlichkeit

unendlich in meinem Innersten eingeschlossen war,

und ich war aus dem Fluss der Zeit genommen,

und in mir war ein unbehelligtes Ruhen aller inwendigen Dinge

und ein herzrührendes himmlisches Seufzen.

Und mein Verstand war von Bildern frei,

und mein Geist war von Mitteln frei,

und meine Andacht war von Hüllen frei,

und das Angesicht meines Gemüts war verändert.

Da kam in mich ein Mich-in-Dir-Vergessen.....

Johannes Korngin von Sterngassen (+ nach 1327 in Kölln), Dominikaner, Theologe, Mystiker

 

für Januar 2016

Ein Jahr ist vergangen,

wir haben schon wieder ein Jahr gelebt.

Wir empfinden diese Zeitspanne persönlich sehr unterschiedlich

als lang oder auch recht kurz.

Nun, es war die Zeit, die unsere Erde braucht,

einmal den Kreis um die Sonne zu schließen.

Das waren über 31 Millionen Augenblicke,

wir messen ja die Zeit eines Jahres mit 31.536.000 Sekunden.

Und die Sonne war in jeder Sekunde davon da.

 

Auch für unser Leben gilt:

Gott ist niemals nicht dagewesen.

zeitgenössich

 

für Dezember 2015

Du sollst nicht versuchen

(Gott) mit den Händen deines Verstandes zu erfassen,

denn Er ist unberührbar,

und je mehr du versuchst und danach trachtest,

ihn zu berühren oder ihn zu halten,

desto weniger wirst du in dir haben

und Er wird augenblicklich

von dir gänzlich verschwinden.

Symeon der neue Theologe (949-1022)

 

 

für November 2015

Ich brauche ein Herz, das von Zärtlichkeit brennt,

das meine Stütze bleibt, ohne jedes Zurück,

das alles in mir liebt, selbst meine Schwäche,

das weder bei Tag noch bei Nacht mich verläßt.

Thérése von Lisieux (1873-1897), Karmeliterin

 

für Oktober 2015

Mein sind die Himmel

und mein ist die Erde;

mein sind die Völker,

die Gerechten sind mein

und mein sind die Sünder:

die Engel und die Muttergottes

und alle Dinge sind mein,

ja, Gott selbst ist mein und für mich,

den Christus ist mein und ganz für mich.

Johannes vom Kreuz (1542-1591)

 

für September 2015

Wer glaubt, ein Christ zu sein,

weil er die Kirche besucht, irrt sich.

Man wird ja auch kein Auto,

wenn man in eine Garage geht.

Albert Schweizer (1875-1965)

 

für August 2015

Zu wem, o Herr, soll ich rufen,

bei wem meine Zuflucht finden,

wenn nicht bei Dir?

Alles, was nicht Du ist,

kann meine Sehnsucht nicht befriedigen.

Dich selbst verlange ich, Dich suche ich,

an Dich allein, Du mein Gott,

richte ich mich, um Dich zu gewinnen.

Du allein konntest meine Seele erschaffen,

Du allein kannst sie ganz neu erschaffen,

Du allein hast Dein Bild ihr einprägen können,

Du allein kannst sie neu prägen

und ihr Dein verschwundenes Angesicht

wieder einzeichnen, meinen Christus,

meinen Heiland, der Dein Abbild ist

und Deines Wesens Ausdruck.

Blaise Pascal (1623-1662)

 

 

für Juli 2015

Wer bei anderen Gutes tun will,

muss in und bei sich selber gut sein.

Denn so gut ein jeder in sich selbst ist,

so viel wird er bei anderen Gutes schaffen.

Mary Ward (1585-1645)

kath. Ordensgründerin,Vorkämpferin für Frauenrechte und Bildung

 

für Juni 2015

Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze.

Was aber aus Liebe geschieht,

das ist groß,das bringt reiche Frucht,

so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag.

Denn auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt

ungleich mehr, als die Tat selber.

Thomas von Kempen (1380-1471)

 

 

 

für Mai 2015

Eigentlich suchen wir in allem nur Eines:

Die Spur dieses göttlichen Geistes,

dieses himmlischen Feuers,

ohne die diese Welt für uns nur Finsternis wäre.

Charles de Montalembert (1810-1870)

kath. frz. Politiker und Autor

 

für April 2015

Vor seiner Geburt

war Jesus

auferstanden.

 

Sterben gilt

nicht

für Gott und seine Kinder.

 

Wir Auferstandene

vor unserer Geburt.

Rose Ausländer (1901-1988)

 

für März 2015

Gott sieht nicht darauf, worin deine Werke bestehen.

Er sieht allein darauf,

welche Liebe, welche Andacht

und welche Gesinnung in der Wirksamkeit enthalten ist.

Denn Gott kümmert sich nicht viel um unsere Werke,

sondern allein um die zugrundeliegende Gemütsverfassung,

nämlich, das wir ihn allein in allen Dingen lieben.

Meister Eckhart (1260 - 1328)

 

 

für Februar 2015

Mit Bergen und mit Steinen auch

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

Mit Vögeln früh im Morgenhauch

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

 

Mit Fischen in des Wassers Grund

Gazellen in der Wüste Rund,

mit Ya Hu ! aus des Toren Mund

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

 

Mit Jesus hoch im Himmelsland,

mit Moses an des Berges Rand,

mit diesem Stab in meiner Hand

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

 

Mit Hiob, der vor Schmerz versteint,

mit Jakob, des Auge weint,

mit Muhammad, Deinem Freund

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

 

Mit Dank und Preis und Lobeswort,

mit "Gott ist Einer!", höchstem Hort,

barhäuptig, barfuß - immerfort

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

 

Mit lesend frommer Zunge hallen,

mit Turteltauben, Nachtigallen,

mit denen, die Gott lieben, allen,

will ich Dich rufen, Herr, o Herr!

Yunus Emre (ca. 1249 - ca. 1321)

anatolischer Dichter, muslimischer Mystiker

 

 

für Januar 2015

Jegliches hat seine Zeit,

alles unter dem Himmel hat seine Stunde:

Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;

pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;

töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;

abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;

weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;

klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;

Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;

Umarmen hat seine Zeit, den Anderen loslassen hat seine Zeit;

suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;

behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;

zerreißen hat seine Zeit, zusammennähen hat seine Zeit;

schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;

lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;

Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit...

 

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit und in das Herz des Menschen

hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist.

Aus dem Buch Kohelet (Prediger) 3,1 ff

 

für Dezember 2014

Christus ist nicht in die Welt gekommen,

dass wir ihn begriffen,

sondern dass wir uns an ihn klammern,

dass wir uns einfach von ihm hinreißen lassen

in das ungeheure Geschehen der Auferstehung.

Dietrich Bonheffer (1906-1945)

dt. ev.Theologe, im KZ ermordet

 

für November 2014

Wir meinen nur,

wir seien die Suchenden.

In Wirklichkeit sind wir die Gesuchten.

Pater Williges Jäger, Benediktiner und Zenmeister, *1925

 

für Oktober 2014

Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden,

nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden,

nicht ein Sein, sondern ein Werden,

nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.

Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.

Es ist noch nicht getan oder geschehen,

es ist aber im Gang und im Schwang.

Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

Es glüht und glänzt noch nicht alles,

es reinigt sich aber alles.

Martin Luther (1483-1546)

 

für September 2014

Gott ist.

Nach der Nacht - der Tag.

Nach dem Baum - ein anderer Baum.

Nach der Wolke - eine andere Wolke.

Nach mir - ein anderer Mensch.

Aber Gott ist immer.

Gaba Pastoral Institute Ghana

 

für August 2014

Als du im Mutterleib warst,

hast du geschwiegen.

Dann wurdest du geboren

und fingst an zu sprechen,

sprechen, sprechen,

bis der Tag kommt,

da man dich ins Grab legt.

Dann wirst du wieder still sein.

Fange dieses Schweigen ein,

das im Mutterleib war und im Grab sein wird

und das selbst jetzt diese Zeit von Lärm unterläuft,

die Leben heißt.

Dieses Schweigen ist dein tiefstes Wesen.

Anthony de Mello, SJ (1931 - 1987)

 

für Juli 2014

Ein gelassener Mensch

soll nicht allezeit darauf achtsam sein,

wessen er bedürfe,

er soll darauf sehen,

wessen er entbehren kann.......

Bleibe bei nichts, was nicht Gott ist.

Heinrich Seuse OP (1295 - 1366)

 

für Juni 2014

...Verharren sie mit Nichtstun in der Gegenwart Gottes

und seien sie einfach damit zufrieden, da zu sein,

ohne den Wunsch, seine Gegenwart zu spüren,

oder ein bestimmtes Gebet zu verrichten,

es sei denn, es kommt ihnen ganz zwanglos.

Sitzen sie einfach da,

in innerer und äußerer Ruhe und Ehrfurcht, in der Überzeugung,

dass diese Geduld ein kraftvolles Gebet vor Gott ist....

Kurz gesagt: wenn man ohnmächtig,

unnütz und einfach blank vor Gott ist...

sollte man genauso zufrieden sein,

wie wenn man vor Leben sprüht

und Gottes Gegenwart in Leichtigkeit und Andacht genießt.

Bei unserem Einssein mit Gott kommt alles darauf an,

mit beiden Weisen zufrieden zu sein.

Jeanne de Chantal (1572 - 1641)

Mutter von 6 Kindern, Mystikerin, Ordensgründerin

Der Text ist aus einem ihrer Briefe an den Priester Noel Brulart

 

für Mai 2014

Das Leben ist älter

als alle Lebewesen;

die Schönheit erstrahlte,

bevor das Schöne auf Erden Gestalt annahm;

und das Wahre war Wahrheit,

ehe es ausgesprochen wurde.

Das Leben singt in unserem Schweigen

und es träumt in unserem Schlaf...

und wenn wir weinen,

dann lächelt es in den Tag;

und es bleibt frei,

selbst wenn wir gefesselt sind.

Khalil Gibran (1883 - 1931)

 

 

für April 2014

Wir können unser Leben hingeben,

wenn uns das sinnvoll erscheint.

Wir können freiwillig sterben.

Jeder weiß das.

Was nur wenige wissen ist dies:

Wir können auch freiwillig leben.

Die innere Gebärde ist die gleiche.

Unser Leben (täglich) hingeben,

dass heißt feiwillig leben.

Nur so können wir Sinn finden.

Das aber heißt wahrhaft leben.

David Steindl-Rast. *1926 in Wien,

amerikanischer Benediktinermönch

 

für März 2014

Ich will die Welt verändern

und ich habe beschlossen,

bei mir zu beginnen.

Schließt du dich mir an,

dann sind wir schon zwei.

Johannes vom Kreuz (1542 - 1591)

in einem Brief an Theresa von Avila

 

für Februar 2014

Wohlan,

wirf dein Unvermögen vor Gott

und du wirst Ruhe finden.

Abbas Agathon, 3. Jahrhundert,

aus der Überlieferung der Wüstenväter und -mütter

 

für Januar 2014

Wandle dich

und verändere dich zu dem,

dem du gerne begegnen möchtest.

Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

 

Statue eines meditierenden Franziskus beim Kloster San Daniamo bei Assisi

 
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